Michael Stötzel

Web Entwickler

Programmierer

Diplom-Geograph

Autodidakt

Klimawandel einfach erklärt

26. September 2020 Umweltschutz

Der Klimawandel ist in aller Munde und einfach nicht mehr zu ignorieren. Ebenso kann man die Fakten nicht weiter ignorieren, dass die Veränderungen menschengemacht sind. Die Zahlen sprechen einfach eine sehr deutliche Sprache und die Interpretation lässt da wenig Spielraum.

Wie bei so vielen Themen, die uns heute beschäftigen, tauchen die ersten Hinweise und Kommentare zum Klimawandel schon früh in Publikationen und in der Wissenschaft auf. Der Treibhauseffekt ist zwar schon seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt.
[Jean Baptiste Fourier, Quelle: https://history.aip.org/history/climate/co2.htm].

Aber bis in die 90er Jahre wurden die Auswirkungen teils kontrovers diskutiert und erst die Computermodelle der immer leistungsfähiger werdenden Computer zeigten eine Erwärmung durch die sogenannten Treibhausgase.

Was ist eigentlich der Klimawandel?

Das, was man heute unter dem Klimawandel versteht, ist das sich stark und schnell ändernde Klima der Erde und hier im speziellen die globale Erderwärmung. Man spricht auch vom menschengemachten also anthropogenen Klimawandel, aber auf den Faktor Mensch gehe ich später noch ein.

Damit ein wenig Klarheit in die Begriffe kommt: Klimawandel, globale Erwärmung, Erderwärmung, Treibhauseffekt und Klimakrise bezeichnen im Prinzip alle das gleiche Problem.

Ist Wetter nicht gleich Klima?

Oft wird das Wetter und das Klima im gleichen Atemzug genannt. Die beiden sind aber genauso unterschiedlich, wie ein Spaziergang und eine Weltreise. Das Wetter ist allgegenwärtig. Es sorgt dafür, dass wir zu Hause bleiben, weil es regnet oder das Wochenende an den Rhein fahren, weil es dann schön werden soll.

Das Wetter beschreibt in der Wissenschaft die kurzfristige Beobachtung von klimatischen Ereignissen und Messwerten, wie Temperatur, Niederschlag, Sonneneinstrahlung und vielem mehr an einem Ort. Mit dem Ort ist dann ein Bereich gemeint, der in etwa einer Stadt entspricht.

Wichtig ist hier kurzfristig. Das ist nämlich maximal 1 Tag. Regnet es über mehrere Tage oder bsp. eine ganze Jahreszeit dann ist das nicht mehr Wetter, sondern man spricht von Witterung.

Der trockene und heiße Sommer ist also weder Klima noch Wetter – er ist die Witterung.

Das Klima ist all-umfassender und vor allem langfristiger. Man betrachtet hier in der Regel Zeiträume von mehreren Jahrzehnten. So lässt sich auch die Erde in Klimazonen unterteilen, die für bestimmte Bereiche des Planeten ein allgemeines Klima beschreiben.

So befinden wir uns in der gemäßigten Zone, wohingegen Brasilien in Teilen der innertropischen Konvergenzzone liegt, wo es Mittags regelmäßig regnet, das Klima also auch das Wetter direkt bestimmt.

Um den Bezug zum Ort herzustellen, wie wir es beim Wetter machen, so sprechen wir beim Klima genauer gesagt auch immer über das Makroklima, also das Klima von Kontinenten oder der ganzen Erde. Die gemäßigte Zone in der wir Leben hat also ein Makroklima.

Warum sind 2° mehr pro Jahr denn so schlimm?

Zwei Grad klingen nun wirklich nicht viel. Die merkt man ja kaum, höchstens mal, wenn sie dafür sorgen, dass morgens die Scheibe am Auto zugefroren ist oder eben nicht.

Das wäre aber wieder die Betrachtung des Wetters. Eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur beim Klima von 2° hat enorme Auswirkungen.

Vor 3 Millionen Jahren lag die Temperatur im Schnitt 2-3 ° über der heutigen und der Meeresspiegel lag mindestens 6 Meter höher als heute, was flach liegende Küstenregionen vor große Probleme stellen wird.
[Quelle: https://www.deutsches-klima-konsortium.de/fileadmin/user_upload/pdfs/Publikationen_DKK/dkk-kdm-meeresspiegelbroschuere-web.pdf]

Zudem nehmen die Wetterextreme zu. Das sieht man in den letzten Jahren schon alleine an den trockenen Sommern.

Schon alleine 1° C mehr erhöht die Fähigkeit der Atmosphäre Wasserdampf aufzunehmen, was sich auf den Niederschlag auswirkt. Eine wärmere Umgebung hat dann mehr Wasser in der Luft, das dann als Niederschlag zur Erde fallen kann und Überschwemmungen auslöst.

Kleine Veränderungen am Klima können also ganze Systeme zum Kippen bringen. Darum spricht man auch von Kipppunkten. Wird es durch die Erwärmung um 2° C in der Tundra so warm, dass der dortige Permafrostboden auftauen kann.
[Quelle: https://www.spektrum.de/news/wenn-der-permafrostboden-taut/1671196]

Dann werden größere Mengen Methan freigesetzt, das als Treibhausgas für weitere Erwärmung sorgt, wodurch noch mehr Permafrost auftaut und Methan freigibt. Dort spielen noch weitere Faktoren eine Rolle, wie dort eingefrorene Biomasse, die dann zersetzt wird und weitere Mengen CO2 und Methan in die Atmosphäre gelangen.

Eine ähnliche Kettenreaktion wäre an den Polen zu erwarten. Derzeit reflektieren die riesigen weißen Schneeflächen das Sonnenlicht. Das ist der sogenannte Albedo-Effekt, den wir auch aus unserem Alltag kennen, denn weiße Kleidung ist im Sommer deutlich angenehmer, als schwarze. Die schwarze Kleidung absorbiert das Sonnenlicht (nimmt die Energie auf) und wird dadurch wärmer. Weiße Kleidung reflektiert große Mengen und es kann weniger Energie des Sonnenlichtes aufgenommen werden.

Wird es wärmer und das Eis schmilzt, fehlt diese Rückstrahlkraft der weißen Flächen und die Oberflächen nehmen mehr Energie – also auch Wärme – auf. Somit steigt auch die Meerestemperatur, was dazu führt, dass noch mehr Meereis schmilzt.

Von diesen sich selbst verstärkenden Prozessen gibt es noch einige mehr. Ganz konkret setzen diese geringen Temperaturunterschiede globale Umwälzungen in Gang in deren Folge es zu Dürren, Trockenzeiten, Wetterextremen und vielem mehr kommt. Plötzlich sind wir direkt betroffen, wenn das Trinkwasser nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung steht, oder ganze Ernten vertrocknen und unsere Versorgung mit Nahrungsmitteln oder die Fütterung unserer Nutztiere nicht mehr gewährleistet ist.

Klimaänderungen hat es doch schon immer gegeben!

Um Änderungen an besonderen und allgemeinen Wetter- / und Witterungsereignissen, wie trockenen Sommern, schneearmen Wintern und heißem Frühling besser erkennen und beschreiben zu können, müssen wir diese immer langfristig beobachten – uns also um das Klima kümmern.

In der Erdgeschichte gab es immer wieder mal – teils auch katastrophale – Klimaänderungen, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst wurden. Vulkanausbrüche beispielsweise, Kontinentalverschiebung mit großflächig eisbedeckten Landschaften oder Meteoriteneinschläge.

In der Erdgeschichte hat es also unzählige Änderungen am Klima gegeben. Da fällt sicher jedem sofort die Eiszeit ein, wo sogar in unseren Breiten riesige Gletscher lagen. Eine Eiszeit wird auch immer von einer sogenannten Warmzeit abgelöst, in der wir auch heute Leben. Ok, aber der Temperaturanstieg muss doch von der Eiszeit zur Warmzeit viel größer gewesen sein, als der heute?

Sicher, der war natürlich da, aber auch nicht so riesig, wie man vermuten würde. Die mittlere Temperatur über die gesamte Erde gerechnet liegt heute bei etwa 14°C.
[Quelle: https://data.giss.nasa.gov/gistemp/faq/abs_temp.html]

In der Eiszeit lag sie aber nur 5° tiefer. Und diese Änderung ging über tausende von Jahren vonstatten.

In den letzten 5000 Jahren gab es einen Temperaturanstieg von 5°C, also 0,1 ° Anstieg in 100 Jahren. In den letzten 100 Jahren waren es aber schon 1 °C. das ist ein Faktor von 10.
[Quelle: Hartmut Graßl: Klimawandel. Die wichtigsten Antworten. Freiburg im Breisgau 2007]

Von den 10 heißesten Sommern seit Wetteraufzeichnung lagen in den 2000er Jahren ganze 6 davon.
[Quelle: https://www.wetter.de/cms/klimawandel-die-10-heissesten-sommer-in-deutschland-4571689.html]

Was sind die schlimmsten Klimaschädlinge?

Alle sprechen immer nur vom CO2 als das schädliche Klimagas oder Treibhausgas. Es ist aber nicht alleine verantwortlich für die Erwärmung der Atmosphäre, wenn auch hauptverantwortlich. Daneben gibt es weitere Gase, die den Treibhauseffekt befeuern. Methan (CH4) beispielsweise , das u.a. von Mülldeponien, der Erdgasförderung oder auch als Produkt der Verdauung bei den Rindern entsteht.

Seit der letzten Eiszeit hat sich die Menge an Methan in der Atmosphäre verfünffacht (Quelle: https://www.mpg.de/405362/forschungsSchwerpunkt). Natürliche Prozesse machen hier aber aktuell 2/3 der freigesetzten Methanmenge aus.

Es ist aber eine deutliche Tendenz in den letzten 150 Jahren festzustellen. In der Vorindustriellen Zeit waren 100% der jährlich freigesetzten Methanmenge natürlichen Ursprungs. Dazu beigetragen haben Feuchtgebiete, Termiten, ozeanische Gasausbrüche und Waldbrände.

Beim CO2 sieht ist es eigentlich sehr einfach: Die Natur sucht immer nach einem Gleichgewicht. Darum halten sich ohne den Einfluß des Menschen und ohne Naturkatastrophen – wie Vulkanausbrüche – der Ausstoss und die Aufnahme des CO2 die Wage. Es kommt zu keinem Treibhauseffekt. Jede Tonne CO2, die wir in die Luft stoßen sorgt für eine Belastung des Systems. Die Natur ist in der Lage einen doch recht großen Teil der Menge zu verarbeiten – sie hat also sozusagen noch Reserven – aber die Hälfte der Emissionen reichert sich an (Quelle: https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-die-co2-emissionen-des-menschen-sind-winzig)

Fazit und Ausblick

Leider ist es so, dass die Fakten für sich sprechen. Die zusätzliche Belastung der Atmosphäre durch den Menschen im Bezug auf die Treibhausgase ist messbar und auch mit den vorliegenden Datenmengen signifikant. Dazu muss noch nicht einmal ein Vergleich mit der Erdgeschichte herangezogen werden, es reicht die Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre über die letzten Jahrzehnte zu messen.

Weiterhin ist unstrittig, was diese Treibhausgase für das Klima bedeuten. Der Treibhauseffekt ist wissenschaftlich bewiesen und kann nicht geleugnet werden.

Diese Fakten sind so eindeutig, dass man zwingend von einem menschengemachten Klimawandel sprechen muss und sich nicht darauf berufen kann, dass es Temperaturschwankungen schon immer gegeben hat. Der Klimawandel ist noch nicht in allen Köpfen angekommen, da er noch nicht jeden wirklich persönlich betrifft. Was passiert, wenn plötzlich das eigene Leben und der eigene Alltag betroffen ist, haben wir an den Panikkäufen zu Beginn der Corona-Krise gesehen und auch an der überwiegenden Akzeptanz der strengen Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid 19.

Wir dürfen nie vergessen: Der Natur sind wir ziemlich egal. Die Erde kommt auch ganz gut ohne uns klar und wenn wir uns durch eine Erderwärmung selbst die Lebensgrundlage nehmen und irgendwann nicht mehr die Erde bevölkern wird diese weiter existieren und es wird auch weiter Leben geben. Vielleicht dann welches, das man dann wirklich als intelligentes Leben bezeichnen kann.

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